Filzingen

In der Iller sollen neue Lebensräume für Fische entstehen

Aus Kies wurde in der Iller nahe Filzingen eine neue Fliesrinne modelliert. In diesem überarbeiteten Flussbett sollen neuen Laich- und Jungfischhabitate entstehen.
Bild: Armin Schmid

Der Fluss an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg soll wieder natürlicher werden. Mit einem Pilotprojekt bei Filzingen ist ein erster konkreter Schritt getan worden.

Die Iller soll wieder ein ursprünglicher Fluss werden. Dazu gehören zum Beispiel eine höhere Fließgeschwindigkeit und mehr Laichplätze für die unterschiedlichen Fischarten. Die Menschen, die rund um den Fluss leben, sollen die Iller als Naherholungsraum erleben können.

Mit wenig Geld kann man viel erreichen

Mit dem Pilotprojekt „Kieslaichplatz im Iller-Mutterbett“ hat die Fischereigenossenschaft Untere Iller in Zusammenarbeit mit der Unteren Iller AG (UIAG) im Bereich des Altenstadter Wasserkraftwerks eine publikumswirksame Teststrecke umgesetzt. Der Fischereigenossenschaftsvorsitzende Wolfgang Höß erklärte während der Mitgliederversammlung des Fischereivereins, dass die Genossenschaft mit dem Projekt in Vorleistung gegangen sei. Sie habe zeigen wollen, was mit wenig Geld und überschaubarem Aufwand schon jetzt machbar ist. Eigentlich gehe es aber darum, was im Rahmen des Förderprojekts „Agile Iller“ noch alles möglich wäre. Bei der „Agilen Iller“ haben der Freistaat Bayern und das Land Baden-Württemberg für die kommenden zehn Jahre insgesamt 70 Millionen Euro bereitgestellt, um aus dem Grenzfluss wieder ein lebendiges Fließgewässer machen zu können.

Das Projekt erstreckt sich auf eine Länge von rund 57 Flusskilometern, von Aitrach im Landkreis Ravensburg bis Wiblingen bei Ulm. Im Mittelpunkt steht dabei auch das Ziel, Querbauwerke aus der Iller zu entfernen und durch Raue Rampen zu ersetzen. Der Illerbereich bei Filzingen wurde für die 300 Meter lange Teststrecke ausgewählt, weil dort viel Kies vorhanden ist, das bei Hochwasser angeschwemmt wurde.

In neuen Flussbett sollen Fische Laichplätze finden

Die Pilotstrecke liegt unterhalb des Altenstadter Wasserkraftwerks, das von der UIAG betrieben wird. Dort befindet sich eine rund 500 Meter lange und 15 Meter breite Kiesbank. Diese Kiesfläche war fast vollständig mit Gräsern und Stauden bewachsen. Gründe dafür: Die mangelnde Flussdynamik und anhaltende Niedrigwasserperioden in den vergangenen Jahren. Die UIAG ist für den Unterhalt des Gewässers und damit für das Entfernen des Bewuchses verantwortlich.

Wie Wolfgang Höß erklärte, habe sich gezeigt, dass sich die Iller immer wieder eine Abflussrinne parallel zur Kiesbank suchte, was immer wieder zu neuerlichem Bewuchs führte. Daraufhin hat die UIAG in Abstimmung mit der Fischereigenossenschaft ein Konzept zur nachhaltigen Verbesserung der Situation entwickelt: Aus dem vorhandenen Kies wurde ein pendelndes Gerinne über das gesamte, 45 Meter breite, Flussbett modelliert. Flussbausteine als grobe Strukturelemente sollen eigendynamische Kiesumlagerungen unterstützen. Ziel der ganzen Maßnahme ist es, neue und dauerhafte Laich- und Jungfischhabitate zu schaffen. Durch den pendelnden Verlauf des Gerinnes sollen Strömungs- und Tiefenvariabilität in der Iller erhöht werden.

Dazu wurden insgesamt 15.000 Kubikmeter Kies umgelagert und modelliert. Die Kosten werden bei rund 25.000 Euro liegen. Höß berichtete, dass man auf Antrag rund 20.000 Euro an Fördermitteln aus der Fischereiabgabe erhalten werde. 5000 Euro wird die UIAG tragen. Damit sei die Maßnahme kostenneutral.

Hochwasser könnte das Bauwerk wieder zerstören

Nur eine Sorge bleibt der Fischereigenossenschaft: Das pendelnde Kiesgerinne könnte bei Hochwasser weggeschwemmt werden. Wolfgang Höß, der auch Bürgermeister von Altenstadt ist, fügte an, dass der Markt Altenstadt rund 23 Hektar Auwald gekauft habe. Die Kommune sei jetzt im Besitz des kompletten Auwaldbereichs entlang des Illerabschnitts nahe Marktgemeinde. Mit dem Kauf hat Altenstadt auch die Unterhaltspflicht übernommen.

Das Pilotprojekt soll auch ein Zeichen gegen den geplanten Bau von Wasserkraftwerken sein. Die Wasserkraftwerke im Bereich der bestehenden Querbauwerke verhindern laut Wolfgang Höß eine sinnvolle Renaturierung der Iller zwischen Buxheim und Ulm auf Jahrzehnte hinaus. Spaziergängern und Radfahrern soll an der Teststrecke bei Filzingen den Erholungswert einer renaturierten Iller erleben und die Vorteile eines lebendigen Fließgewässers und artenreichen Lebewesen kennen lernen. Kritisch sah Höß, dass der Wasserkraft-Investor für die Nutzung der Querbauwerke keine Miete zahlen müsse – obwohl diese sich in der Hand der Länder befänden. Zudem bekomme der Investor für den Strom eine Einspeisevergütung, die rund dreimal so hoch ist wie der Strompreis, den die UIAG an ihren Wasserkraftwerken erzielen kann. „Das geht gar nicht“, sagte Höß mit Blick darauf, dass die Zukunft der Iller nach seiner Ansicht finanziellen Vorteilen eines Investors geopfert werde. Höß hofft, dass es gelingt die Bevölkerung mit dem öffentlichkeits- und publikumswirksamen Pilotprojekt „Kieslaichplatz im Iller-Mutterbett“ in den Widerstand gegen die geplanten Wasserkraftwerke in der Iller mit einzubinden.

Quelle: Illertisser Zeitung 26.03.19


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